Richtig und schön schlachten

Richtig und schön schlachten

Es gibt in vielen Ländern einen erschreckend großen Unterschied im Schutz von sogenannten „Nutztieren“ und beispielsweise „Haustiere“. Natürlich hat jedes Tier seine Eigenheiten: Manche haben Fell, andere keins; manche sind groß, manche sind klein; manche können Schreien, andere nicht.

Wir sind dafür, dass alle diese Lebewesen gleich behandelt und geschlachtet werden!

Jeder gesunde Mensch kann von sich behaupten, dass er keinem Lebewesen bewusst Schaden zufügen möchte. Selbst der älteste Schlachter behauptet schließlich, dass er nur eine Arbeit verrichtet.

Würden Sie auch die Kinder des Nachbarn schlagen, einsperren und ihnen jegliches positives Lebensgefühl nehmen? Niemand  würde jedoch ernsthaft auf die Idee kommen ein Kind oder einen Jugendlichen nur seines Fleisches wegen zu ermorden.

Doch genau das geschieht Tag für Tag in Deutschland und vielen anderen, angeblich hoch entwickelten Nationen: Nicht-menschliche Tiere werden hinter verschlossenen Türen eingesperrt und schon nach kurzer Zeit geschlachtet. Ferkel werden wie Müll, noch lebend auf einen Haufen ihrer toten Geschwister geworfen um dort elend einzugehen.

Kälber-Iglus

Dort liegt das Kind begraben:

Wir verschlingen in Deutschland täglich Fleisch, Wurst oder andere Tierprodukte, wie Milch, Käse, Eier usw. Mit jedem dieser Produkte fordern wir indirekt, und fördern direkt immenses Leid an jungen Lebewesen. Denn alle die Tiere, von denen wir unser Fleisch oder unsere Milch erhalten sind noch im Kindes- bis Jugendlichenalter.

Infografik: „Schlachtalter“

Schlachtzahlen

 

BabyspeckIm Jahr 2014 wurden in Deutschland 792 Millionen Tiere geschlachtet. Das sind mehr Tiere als je zuvor. Zehn Mal mehr deutsches Fleisch wurde ins Ausland exportiert. Vor allem große deutsche Betriebe wie Tönnies, Vion auch Simon Fleisch (Wittlich) legen schon seit mehreren Jahren ihr Hauptaugenmerk auf den Exportmarkt. Vermutlich auch, weil der deutsche Fleischkonsum jedes Jahr sinkt und somit immer weniger Absatzchancen bietet, die „Produktion“ aber stetig weiter läuft bzw. weiter laufen muss.

 

Jedes Stück Fleisch heißt Qual

Dabei ist jedes Stück Fleisch mit immenser Qual und Leid für die Tiere verbunden, von denen es stammt. Und das, obwohl das Tierschutzgesetz folgendes plädiert:

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Jeder der jetzt schreit: „Ja, aber das gilt doch nicht für „Nutztiere!“, der handelt eben im Sinne vom „Tierschutz“ – nicht aber nach der Moral des „Tierrechts“: Die Würde eines jeden Tieres soll unantastbar sein, ähnlich wie es schon im Grundgesetz für uns Menschen steht. Denn Menschen sind biologisch gesehen auch Tiere – wieso dann einen Spezies-abhängigen Unterschied machen?

Kein Tier hat es verdient für einen niederen Grund (Konsum bzw. Genuss) gequält und getötet zu werden. Punkt. Eigentlich dürfte es keine Ausnahmen geben.

Kinder-Iglu

Karnismus

Wissen Sie noch warum Sie angefangen haben Fleisch zu essen? Oder wie es dazu kam, dass Sie statt der Muttermilch dann Kuhmilch tranken? Beantworten kann vermutlich niemand diese Fragen, weil es ein anerzogenes und darüber hinaus gewachsenes Gedankenkonstrukt ist: Die Psychologin Melanie Joy nennt das Karnismus.

Karnismus beschreibt unser konträres Verhalten im Bezug zu Tieren: Zum einen gibt es „Nutztiere“ und es gibt „Haustiere“ und auch „Wildtiere“. Wir haben uns über Jahrhunderte daran gewöhnt, dass wir jedoch nur die eine Art der Tiere essen – Nutztiere. Würde ein Burger ebenso lecker schmecken, wenn Sie wüssten, dass er aus einer Katze gemacht ist oder Ihr Sandwich aus einem Delfin?

Aus diesem Grund ist es uns auch ansatzweise egal, ob wir ein 6 Monate altes Schwein essen, oder ob wir eine verhältnismäßig alte, ausgelaugte Milchkuh verspeisen: Sie sind doch für den Verzehr gemacht.

Noch können Sie diese Ideologie hinterfragen und sich dafür entscheiden, keine fühlenden Lebewesen im Kindesalter zu töten, um sie oder ihre Produkte zu essen.

Produziert für die Tonne

Was noch viel schlimmer wirkt ist der Fakt, dass ein Großteil der „Schlachttiere“ keinen Abnehmer hat: Nur ein Teil von Schwein, Rind, Ente, Huhn oder Schaf wird verzehrt. Somit bleibt der Rest als billiges Exportgut für sogenannte „Drittweltländer“ oder direkt für den Müll.

Von den rund 792 Millionen Tieren, die in Deutschland 2014 geschlachtet wurden, können Sie somit einen immensen Teil abziehen der schlichtweg später ein Abfallprodukt ist. Mehr als 7 % der Fleischeinkäufe landen dann später zusätzlich im Müll.

Das ist die traurige Wahrheit über ein System, welches Tierausbeutung im industriellen Stil unterstützt und genehmigt. Dank Subventionen und anderer staatlicher Hilfe ist dieses Schreckenssystem ein tragendes Geschäft. Zum Leidwesen aller Tiere und unserer Umwelt.

Infografik: „Leben für die Tonne“

Entscheiden Sie wieder selbst

Wann haben Sie sich dafür entschieden, dass beispielsweise ein Schwein kein Recht auf Leben hat, Ihr Labrador aber schon? Welche anderen Tiere trinken noch die (Mutter)Milch eines anderen Säugetiers – und dann auch noch bis ins hohe Erwachsenenalter? Und warum nutzen wir unsere Entscheidungsfreiheit nicht, um ethisch korrekt zu handeln?


„Sind doch nur Kinder!“